szmmctag

  • Fragen über Fragen

    Warum lesen alle Leute Krimis? Warum gibt es im Fernsehen ständig Krimis?
    Sind das die neuen Märchen für Erwachsene? Ist das, was als "Literatur" angepriesen wird, zu fad, zu langweilig? Ist das Leben so langweilig, dass man es mit Mord und Totschlag aufpeppen muss? Hat jeder von uns eine Nische im Herzen, wo das Böse haust? Würden wir auch ganz gern den einen oder anderen Mord begehen und trauen uns nur nicht?
    Ehrlich gesagt, so Beziehungsdramen und "psychologisch einfülsame Geschiten" schaue ich auch nicht an. WEnn ich lese, will ich abtauchen in ein anderes Universum, den Alltag ausblenden, will mich amüsieren oder was?

  • gerade noch rechtzeitig

    Seit einem halben Jahr träume ich davon mit der Wandergruppe von Michael eine Woche in den hohen Tauern zu wandern. Den TErmin habe ich schon im Kalender markiert und diese Woche wollte ich buchen.
    Gestern nacht konnte ich nicht einschlafen und auf einmal ist es mir eingefallen: Ende Juni, Anfang Juli, da kann ich doch nicht wegfahren! Da ist Erdbeerzeit, Himbeerzeit, Johannisbeerenzeit, Kirschenzeit, Salatzeit! Niemals kann ich da wegfahren!
    Puh, da hätte ich beinahe den Wurm reingebracht.

  • Schweinsbraten im Schweinsbräu

    Gestern bin ich bei einer Führung durch die Hermannsdorfer Werkstätten mitgegengen. Für Nicht-Münchner und Nicht-Ökos: Der alte Schweißfurt hat seine "Herta Wurst-Fabrik" verkauft und mit dem vielen Geld einen Öko-BEtrieb in Oberbayern gegründet. DAs ist mittlerweile die 1a-Adresse für Fleisch und Wurst und Käse aus Öko-Anbau. Es gibt nicht nur einen Hofladen, sondern auch 12 Läden in München und einen in Starnberg.
    Der alte Schweißfurt, mittlerweile über 80, probiert hier alles aus, was ihm am Herzen liegt. Seine neueste Idee sind die WWW-Schweine: Die kommen auf eine Wiese und dürfen dort wühlen und Würmer suchen. Das ist dann ein ganz besonders teures Fleisch. Denn der gute Mann ist nicht nur Idealist, der mit seinem Geld was Sinnvolles machen will, er ist auch ein Geschäftsmann und schaut drauf, dass sich der Betrieb rechnet.
    Wir haben alles angeschaut: das Schlachthaus, die Brauerei, die Bäckerei, den Laden, die Hühneraufzucht-Station. Nur in die Molkerei durften wir nicht hinein. Und natürlich die Sauställe. Auch die nicht WWW-Schweine haben große Ställe und viel Auslauf, einen Pool zum suhlen und ein Stück GArten zum Wühlen. Erst einmal war gar niemand zu sehen, weil es doch recht kalt war. Die lagen alle im warmem Stroh im Haus. Aber auf einmal kamen die Ferkel durch den kleinen Schlupf gepurzelt. Erst rannten sie alle in ein Eck und verrichteten dort ihr Geschäft. Schon lustig. Die haben tatsächlich ein Eck dafür und beschmutzen nicht ihr Bettchen. Dann kraxelten sie über und unter die Mama um sich zu stärken. Die kleinen Ferkel mit ihren Ringelschwänzchen sind ja sowas von herzig ... Was uns nicht daran hinderte, nachher im Schweinsbräu, dem hofeigenen Restaurant, einen Schweinsbraten vom hauseigenen Schweinderl zu essen. Gut hat er geschmeckt! Wirklich gut. Eine schöne resche Schwarten, eine gute Soß, auch das fette Fleisch wirklich gut, dazu ein hauseigenes Dunkles - und dann hab ich für drei Personen 70 Euro bezahlt ... Ich sag ja, 1a Adresse für Ökos. Lauter dicke fette Autos auf dem Parkplatz. Gut dass wir jetzt ein neues haben und nicht mehr den alten Ford.

  • Mittwoch Nacht in Unterhaching

    Meine Normalroute ist am Mittwoch Abend vom Rathaus nach Hause. Total langweilig, nichts los, niemand unterwegs. Aber diesen Mittwoch war es anders.
    1. das Wetter: noch nachts um 9 war es angenehm warm.
    2. auf einem Baum neben der Post sang eine Nachtigall. Ach, da schmilzt das Herzerl!
    3. Ich radelte mit zwei anderen in die alte Brennerei. SEit dort kein Schnaps mehr gebrannt wird, residieren dort die "Birker Burschen". Hinter der Brennerei lag der zukünftige Maibaum. Zwei oder drei arbeiteten dran, ihn zu verschönern. Im Innern der Brauerei ist eine Bar aus Schwartlingen aufgebaut. Außerdem gibt es ein par alte Küchentische und Eckbänke. Im Rohr des großen alten Küchenherds schmurgelten Kasspatzn. Mai, waren die guat! Ich hätte ihnen am liebsten alle weg gegessen und wenn ich geplatzt wäre. Zum Glück konnte ich mich beherrschen.
    Um 9 liefen die Mädchen ein. Da wurde es noch voller und noch wärmer und noch lauter in der Bude.
    4. Gegen halb zehn machte ich mich auf den Heimweg.
    Zwischen Friedhof und Senffabrik parkte ein großer Laster. Wahrscheinlich liefert er Gurken oder Paprika für die Konservenfabrik. Oder Senfsamen? Oder Tomaten für den Mcdonald-Ketchup? Die zwei Fahrer hatten es sich auf dem Gehsteig gemütlich gemacht und ihr Abendessen auf der Klappe ausgebreitet.
    Obwohl ich keinen Schluck getrunken hatte, war ich irgendwie brauscht. Das warbestimmt der Föhn ...

  • Frühling wirds!

    Heute war ich mit Ingrid am Friedhof Krähen-Nester zählen: 36 haben wir gesehen. Das sind etliche weniger als voriges Jahr. Anscheinend haben einige die Störungen nicht vertragen und sind umgezogen - zum Hotel Demas! Das ist für deren Geschäft aber gar nicht gut.
    Allerdings, mit Friedhofsstille ist nichts. Die Krähendamen sitzen im Nest auf ihren Eiern und warten, dass die Männer Futter bringen. Wenn er sich dann zu lange Zeit lässt, fangen sie zu schimpfen an. Wenn er aber brav ist, singen sie ihm ein schönes Krahkrah vor.
    Der Friedhof selber war auch einen Besuch wert. Was die Leute da an Blumen anschleppen - unglaublich! Und dann auch noch der chemische Overkill an Grabsteinreinigern, Poliermitteln, Düngern, Insektenvernichtungsmitteln. Eine Familie fuhr gleich zweimal mit der Sackkarre vollbeladen vom Auto zum Grab. Und die Gesichter sind dermaßen missmutig. Eigentlich haben sie alle gar keine Lust dazu, jetzt wo endlich schönes Wetter ist, das Grab herzurichten. WEr sagt eigentlich, dass dass man das muss? Natürlich fühlen die sich auch durch die Krähen gestört. Allein die pure Lebens- und Liebeslust der Krähen ist schon störend. Leise sind sie auch wirklich nicht. Obwohl, meine Nachbarn nehmen es leicht mit einem Krähenschwarm auf. Ständig schreit jemand "Mio, nein", Mio, hierher, Mio, sitz, Mio, dies, Mio das. Mio ist ein Hund, der halt im Garten ein bisschen graben will ...Die andere Nachbarin telefoniert grundsätzlich am Balkon, damit sie keine Handystrahlen in der Wohnung hat. Offensichtlich führt sie Ferngespräche, so laut wie sie ins Telefon schreit. Die ersten Grillschwaden zogen auch schon durch die Gärten - hmm, das Fleisch hatte aber schon einen Stich. Das muss man ordentlich anbrennen, damit man den nicht mehr wahrnimmt. Aber mir war schon fast schlecht nur vom Geruch. Heute liefen wenigstens keine Maschinen: der andere Nachbar hat gestern mit einem Riesenlärm seinen Rasen "gelüftet" und das Moos herausgerecht. Hab ich alles schon aufgegeben! Ich hab Lichtnelken ins Gras gepflanzt und Vergissmeinnicht, sowie Erbsen und Radieschen gesät.

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